Dirk Michaelis

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Im Duett: DIRK MICHAELIS

„Der Mann, der ‚Als ich fortging…‘ sang“, ist natürlich bedeutend mehr als das. Für ein „One Hit Wonder“ hält er sich schon viel zu lange viel zu erfolgreich im Geschäft. Seit gut dreieinhalb Jahrzehnten ist er auf den Bühnen unterwegs, und die vergleichsweise kurze Zeit als Frontmann der populären DDR-Band KARUSSELL könnte dabei fast als Randnotiz untergehen, wenn – ja, wenn sie nicht u.a. auch diesen einen unsterblichen Song hervorgebracht hätte, der auf eine Komposition des zwölfjährigen Dirk zurückgeht und heute so untrennbar mit dem Soundtrack einer Zeitenwende verbunden ist wie mit dem Namen seines Sängers und Schöpfers.

Der Neustart als Solo-Künstler erwies sich in den Nachwende-Jahren der frühen 1990er als Balance-Akt zwischen kompromisslosem künstlerischem Anspruch und dem Druck eines auf radiotaugliche Hit-Singles ausgerichteten Marktes, dem er mit der Gründung seines eigenen Labels „ROCKchanSONG“ (RCS) begegnete, wo er seine Produktionen eigenverantwortlich veröffentlichen konnte. Die beiden jüngsten mit „Welthits auf Deutsch“ unter dem Titel „Dirk Michaelis singt…“ (Nr. 1 & 2) erschienen dann allerdings schon bei „Heart of Berlin“ und hielten sich wochenlang in den Album-Charts. Im Gegenzug mauserte sich das Lied seines Lebens („Mein ‚Yesterday'“, wie er es nennt) in unzähligen Übersetzungen selbst zum internationalen Dauerbrenner und wurde von keinem Geringeren als Star-Tenor José Carreras mit einem gemeinsamen Duett geadelt.

Nach wie vor ist Michaelis in wechselnden Konstellationen und solistisch live zu erleben, gelegentlich mit den Kollegen Dirk ZÖLLNER und PANKOW-Sänger André Herzberg als „Die drei HIGHligen“, oder aktuell wieder auf gemeinsamer Tour mit CITY, deren Frontmann Toni Krahl er bereits bei einigen der jüngsten ROCK-LEGENDEN-Konzerte mit den PUHDYS und KARAT krankheitsbedingt vertreten hat. Und die 2014 begonnene Zusammenarbeit mit MASCHINE („Der Held meiner Jugend!“) findet nun ebenfalls ihre Fortsetzung. Der Text ihrer neuesten Kooperation stammt übrigens – wie schon der zu „Als ich fortging…“ – wieder von Gisela Steineckert.

Text: Uwe Stengel / © Ben Wolf